Ein Probeartikel
Geschrieben von Nicola Petek, erschienen in der
PePo 49 1/2 im Dezember 2005
Das Kloproblem
Es gibt ein Problem. Ein Problem, das uns alle betrifft. Denn ich denke nicht, dass einer von euch es aushält den ganzen Vormittag nicht auf die Toilette zu müssen.
Allerdings wird dieser Gang jedes Mal zu einem Höllentrip. Keiner weiß, was ihn erwartet, wenn er die Klotüre öffnet, eines steht jedoch fest: Es weht einem sicher nicht der liebliche Duft einer im Morgentau liegenden Bergwiese entgegen. Nein, es stinkt, und zwar bestialisch.
Anscheinend sind die meisten Gymnasiasten nicht in der Lage, den Toilettengang in der Schule auf die gleiche Weise zu vollführen wie zuhause. Dabei ist auf die Toilette gehen doch so einfach!
Es fängt damit an, dass einige Jungs und Mädels bedenkliche Probleme haben das Klobecken zu treffen. (Aus sicheren Quellen weiß ich, dass es eines schönen dienstags nicht möglich war, mit trockenen Füßen im A-Bau ins Klo zu gehen.)
Weiter geht es damit, dass insbesondere die weiblichen Toilettengänger Unmengen an Toilettenpapier benutzen und es dann und wann sogar für nötig halten, die ganze Rolle samt Pappe aufs Klo zu werfen, was natürlich zu akuter (Klo)-Verstopfung führt.
Des weiteren wird, nachdem "ein Geschäft erfolgreich abgeschlossen" wurde, sogar schlicht vergessen zu spülen. Dank dieser Faktoren kommt es also zu der schon genannten (milde ausgedrückt) Geruchsbelästigung.
Glücklicherweise gibt es einen, ich nenne es mal Lichtblick, für alle Schulpinkler.
Die obere Toilette im A-Bau.
Dank ihrer Lage nicht ständig überlaufen wie der Schlussverkauf bei C&A und aufgrund eines ausgeklügelten Fenstersystems auch stets wunderbar belüftet. Doch dann gibt es wieder ein paar Kinder/Jugendliche/Möchtegern-Erwachsene, die dieses vermeintliche Paradies zerstören wollen, also quasi die Evas unter den Pipimachern.
Jene halten sich entweder für lustig, cool, revolutionär oder mutig, wenn sie lustige Sprüche an die Innenseiten der Toilettenkabine
schreiben. Die Konsequenz dieser Tat ist allerdings, dass das Klo "Aufgrund Vandalismus vorübergehend geschlossen" wird. Somit verlagert sich die sonst recht gut verteilte Schar der Klonutzer komplett nach unten, was zu einer beachtlichen
Schlange vor den Mädchenklos führt.
Und wieder einmal sind alle im wahrsten Sinne des Wortes angepisst! Ich kann mir wirklich ein schöneres/spannenderes/lustigeren erotischeres Thema vorstellen als... Klos. Aber manchmal ist das nun mal von Nöten. "Auf die Toilette gehen" ist so notwendig wie atmen, essen und schlafen. Man atmet schließlich auch nicht gerne verpestete Luft ein, isst (meistens) kein Essen aus dem Mülleimer und schläft auf dem Misthaufen. Warum soll man dann also
auf einem verschmutzten, stinkenden Klo sein Geschäft verrichten? Es ist ja wirklich nicht so, dass unsere Toiletten nicht täglich gereinigt werden. Es ist auch immer genügend Klopapier vorhanden. Sehen wir mal von der Tatsache ab, dass dieses oft als "Schmirgelpapier", "Zeitung ohne Buchstaben" und ähnliches beschimpft wird.
Natürlich ist es einfacher, die Schuld an dem ganzen Debakel erst mal bei den Andern zu suchen und sich selbst als die potentiellen Opfer zu sehen, aber wer sind denn wirklich die Leidtragenden an der ganzen Sache? Es denkt bestimmt niemand an den lieben Herrn Boll, wenn ein Bösewicht mal wieder Haufenweise Klopapier in die Toilette wirft.
Unser Hausmeister darf dann nämlich nachmittags antanzen und mit Handschuhen, die bis über die Ellbogen reichen, und einer Sauglocke bewaffnet dem Problem zu Leibe rücken. Auch die Putzkräfte könnten sich vielleicht mehr anderen Problemen zuwenden wenn sie nicht die Hälfte der Zeit mit den Toiletten zubringen müssten.
Naja, ich finde es auf jeden Fall schon mal bemerkenswert, dass Klos und Müll im allgemeinen an unserer Schule immer so aktuelle Themen sind. Aber es kann doch auch so einfach sein: Toilettenpapier und Fäkalien ins Klo, Müll in den Mülleimer und schon haben wir alle ein Problem weniger.
Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit.